Was noch liegen blieb (07.2019)

Robert Ludlum: Matarese-Reihe

Ich habe bisher zwar ziemlich viel von Ludlum gelesen, mir die Rezensionen aber gespart, weil die Bücher einerseits sehr alt sind und sich andererseits sehr ähneln. Ludlum gilt als einer der Klassiker unter den Polit- und Geheimdienstthrillern und ich schrieb bei Kurzmeinungen oft »Kennste einen, kennste (fast) alle«. Das mag einem Klassiker gegenüber etwas respektlos erscheinen, aber in den meisten Büchern überschneidet sich entweder das Setting (seeehr viel Kalter Krieg) oder der Spannungsbogen – letzteres besonders in seinen älteren Werken. So weiß man, wenn man den Spannungsbogen eingeordnet hat, tatsächlich schon oft, wann in etwa welches entscheidende Ereignis eintreffen wird. Das ist ein wenig schade, weil Ludlum sich in der Einzelbetrachtung doch darauf verstand, beispielsweise besonders die Charaktere, von denen man es am wenigsten erwartet hätte, die Seiten wechseln zu lassen.

Wie dem auch sei, die Matarese-Reihe – es sind nur zwei Bücher – unterscheidet sich da ein wenig und, und das war mir fast wichtiger, sie steht für mich exemplarisch für den spannenden Ludlum. Und auch für das Beste aus seinen zwei Metasettings (Kalter Krieg und eben das Danach). In diesem Sinne, wenn man auf Geheimdienstthriller steht und sich nicht durch ältere Settings abschrecken lässt, bekommt man da zwei wirklich schöne Werke mit toll ausgearbeiteten kantigen Charakteren, einer komplexen Story und sehr flüssiger Erzählung. Old but gold, quasi.


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