18. September 2019

23:12 Uhr, ich binne nicht tot. Na, wer hat’s erkannt?

Man strapaziert gerade meine Nerven und mit »man« meine ich alle. Zwar hängen die Banner für den Verein und der Laptop ist vorerst auch fertig, dafür wurde die nächste Front eröffnet. Der namhafte Telekommunikationsanbieter, der sich eine Farbe hat markenrechtlich schützen lassen, stampft ja seit geraumer Zeit die alte Analog/ISDN-Infrastruktur ein. Davon ist der Verein leider auch betroffen, im Dorf gibt’s noch nicht lange eine flächendeckende Highspeed-Infrastruktur, abgesehen vom TV-Kabel (dafür hat der Verein keinen Anschluss). Damit es überhaupt Internet am Standort gibt, hatte sich der Verein vor Jahren einen Analoganschluss fürs Telefon nebst 3G-Router aufschwätzen lassen und wegen besagtem Analoganschluss wurde der Vertrag jetzt anbieterseitig gekündigt. Gut, dachte der Verein, eh alles zu teuer und seit letztem Jahr ist das Dorf ja auch flächendeckend GBit-erschlossen. Allerdings ist nicht ganz klar, wo der Hausanschluss ist. Die Vereinsadresse ist die seiner Wagenhalle, die Räumlichkeiten befinden sich in der angrenzenden Rathaushälfte. Naheliegend, dass der Hausanschluss im Rathaus ist, zumal die Adresse der Wagenhalle nicht DSL-fähig ist. Nur dass ich dann auf der Suche nach der ersten Anschlussdose in der Werkstatt am äußersten Wagenhallenende eine Schalttafel aus der Vorkriegszeit gefunden habe, an der eben auch die Telefondose hängt, die aller Wahrscheinlichkeit nach die erste ist. Wenn das stimmt, sind wir der einzige Anschluss im Dorfzentrum, der, warum auch immer, nicht DSL-fähig ist.

Funfact: Wenn man sich durch die Werkstattwand bohrt, steht 3m weiter der Verteilerkasten der Telekom.

Der ehemalige Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz – mittlerweile ganz ungeniert Präsident des Bundes für Faschoschutz – agitiert ja seit seinem Ausscheiden ganz offen ab der Schnittstelle zwischen sog. Werteunion und Neonazis. Jetzt hat es ihm der öffentlich-rechtliche Rundfunk angetan. Ein Schelm, wer Böses denkt, weil der Angriff so prompt auf das Höcke-Interview folgt. Jedenfalls bläst er jetzt ins Horn der GEZ-Mafia-Apologeten. Plumper kann man sich kaum an die AfD ranwanzen.

Am Samstag ist Bundeswettbewerb der Bereitschaften in Darmstadt. Kommt nicht oft vor, dass mal eine Bereitschaft aus der Nachbarschaft gewonnen hat und ihn ausrichtet. Da werde ich wohl mal vorbei gucken, wenn das Wetter mitspielt. Ich dachte ja kurz, da würde ich auch mal gerne mitmachen … dann sah ich im Programm 6 Uhr Wecken und schon war alles wieder gut.

Heute wurde hier im Bürgerhaus der Ortsverband Büttelborn der LINKE gegründet. Auch da wollte ich eigentlich vorbei schauen, fiel dann den Nachforschungen zum Hausanschluss zum Opfer. PR-technisch ist da jedenfalls noch Luft nach oben. Auf der FB-Seite gibt’s noch keinen Bericht und in den drei Dorfgruppen gab’s im Vorfeld nicht den geringsten Hinweis.

Es gibt aktuell einen TV-Spot der BILD, in dem sie darlegen, für wen sie ihr Verständnis vom Besten geben. Neben einem Bäcker in seiner Backstube und einer Krankenschwester oder Ärztin auf Station werden eine Polizistin und ein Feuerwehrmann in Uniform gezeigt. Es befremdet mich. Die BILD hat nicht unwesentlichen Anteil an der vergifteten Stimmung im Lande, gerade die Polizistin, sollte sie nicht nur eine Komparse sein, dürfte Springer für den Anteil eher weniger dankbar sein. Allgemein finde ich es ziemlich fragwürdig, wenn Behörden oder auch Hilfsorganisationen – auch indirekt nur über Erkennungszeichen – für kommerzielle Werbung instrumentalisiert werden.

Ansonsten gehörte der Tag dem Bundeskabinett, das einige Gesetze auf den Weg gebracht hat. Unter anderem das zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen im Zustellsektor. Das greift zwar immer zu kurz, aber für ein Gesetz mit Unionsbeteiligung überraschend tief. Mal gucken, was am Ende davon übrig bleibt.

Social Media Gedöns

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