24. September 2019

2:02 Uhr, how dare you?! Gestern eine beeindruckende Rede von Greta Thunberg vor der UN Klimakonferenz in New York. Alles dreht sich im Prinzip darum, dass die Regierenden die Umwelt vernichten und nur über Wachstum und Geld reden. »Wie könnt ihr es wagen« war wohl der meistzitierte Satz des Tages. Es gab viel Lob, auch aus der Politik, was aber vor allem daran liegen dürfte, dass das gerade opportun ist.

Gleichzeitig wächst die Kritik am deutschen Klimapakt. Abgesehen von den Regierungsmitgliedern findet das wohl keiner mehr besonders gelungen. Kern der Kritik: Die niedrige C02-Bepreisung und das Zusammenspiel aus Spritverteuerung und Pendlerpauschale, das Pendeln mit dem Auto vorerst noch rentabler macht. Merkel sticht da ein wenig aus der Reihe. Sie verkauft das Gesetzesvorhaben zwar, aber die Vorstellung die Tage mit etwa den Worten, das wäre der bestmögliche Kompromiss, der mit dieser Koalition möglich sei, spricht überraschend deutliche Bände. Wie schon beim Thema Geflüchtete habe ich auch beim Klima das Gefühl, dass sie gern anders können würde und das, was sie gern können würde, sehr viel mit dem C, aber wenig mit CDU und CSU zu tun hätte. Seit sie die Grenzen 2015 nicht geschlossen hat, beneide ich sie um ihre Lage da nicht.

Gestern Abend endlich mal wieder einen Dokuabend gemacht und siehe da, es hat sich gelohnt. Erst »BlackRock – Die unheimliche Macht eines Finanzkonzerns« auf arte. 90min überraschend gute Dokumentation, vieles kennt man zwar schon, wenn man sich minimal mit BlackRock beschäftigt hat, aber auch viel Neues dabei. Die Verstrickungen sind wirklich erschreckend und dass solche Konzerne, die Billionen verwalten, nicht der Bankengesetzgebung unterliegen, wenn es um Sicherheiten geht, ist nicht überraschend, aber brandgefährlich. Irgendwann wird uns das alles um die Ohren fliegen und dann wird’s richtig heftig.

Danach »HAMBI – Der Kampf um den Hambacher Wald« im ZDF. Eine sehr leise Doku über ein lautes Thema. Die Aufnahmen werden quasi überhaupt nicht kommentiert, einzig als Steffen Meyn stirbt (die Szene ins nicht im Bild sichtbar, aber der Ton lief) gibt es eine kurze Erläuterungs- und Gedächtniseinblendung. Wirklich eine eindrucksvolle Doku. Hat ein bisschen was von den Startbahn-West-Dokus.

Mein Facebook-Sabbatical macht sich gut. Ich vermisse den Mist überhaupt nicht, hatte ich aber auch nicht anders erwartet. Jetzt muss ich nur noch dem Verein beibringen, dass ich für die Art Öffentlichkeitsarbeit nicht mehr zur Verfügung stehe. Naja, dafür übernehme ich ja die Kasse. Das ist jetzt kein echter Grund, aber was soll’s.

Ansonsten gehörte der Tag Thomas Kuck. Ja, so ausgesprochen habe ich das heute so oft wie noch nie gehört. Der Reisekonzern Thomas Cook ist in Großbritannien insolvent. Panik allerorten. Dabei gibt’s von den deutschen Töchtern noch gar keinen Insolvenzantrag. Das Filetstück – Condor – wird derweil im Geiste schon genüsslich aufgeteilt, während die, eigentlich wirtschaftlich auf festem Boden, noch auf einen Überbrückungskredit des Bundes hoffen. Das Wirtschaftssystem stößt einfach nur noch ab. Interessiert die Beteiligten aber sowieso nicht, womit sich der Kreis schließt und wir wieder bei Wachstum und Geld wären. How dare are you…

Social Media Gedöns

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