18. November 2019

0:42, Rezensionsratlosigkeit. Heute wurde mir mal wieder vor Augen geführt, dass es im Leben eines Buchbloggers zwei Extreme unter den Büchern gibt: Solche, deren Rezensionen sich quasi von selbst schreiben, und solche, die einen ratlos zurück lassen. Beide Extreme kommen nicht oft vor, das meiste bewegt sich dazwischen und schreibt sich etappenweise – mal besser, mal schlechter. Das Ting war heute das positive Extrem. Ein klasse Buch, tiefgründig, kritikreich, aktuell und toll geschrieben. Die Rezension schrieb sich in einer halben Stunde von selbst und hätte noch viel ausführlicher werden können, wenn ich mich nicht gebremst hätte. Das andere Extrem kam mit Unhaltbare Zustände. Auch klasse, toll geschrieben, tiefgründig, voller Kritik, aber ganz anders. Trotzdem ist es mir aktuell ein Rätsel, wie ich dem Buch gerecht werden soll. Da fließt gar nichts. Mal abwarten, wie das weiter geht.

Nach weiteren 4,5h (die wievielten eigentlich?) geht die Vereinsbuchhaltung endlich auf die Zielgerade. Q1 diesen Jahres ist drin, ich verstehe zwar immer noch nicht, warum man so und nicht anders bucht, aber die Zahlen stimmen im Ergebnis und mehr interessiert mich mittlerweile nicht mehr.

Am Wochenende ist Schwesterumzug. Beste Jahreszeit. Meine Vorfreude hält sich in Grenzen.

Ich sah Wir sind die Welle. Ich war vorher skeptisch, weil mir eine Antifa-Adaption zur Unzeit vorkam. Ich weiß immer noch nicht, was ich von der Serie halten soll. Es ist keine echte Adaption, sondern nur sehr ansatzweise angelehnt (beispielsweise gibt’s den Experiment- und Manipulationscharakter überhaupt nicht). Das macht die Idee besser. Es geht stärker um die Frage, ab wann Gewalt als letztes Mittel des Widerstands gerechtfertigt wird. Das ist ein erstaunlich aktuelles Thema und die Serie moralisiert die Frage kaum. Könnte also sein, dass ich meine ursprüngliche Meinung revidieren muss.

Wo wir gerade bei Netflix sind: Was ist das eigentlich für eine Unart, in nicht-englischen Produktionen (ich nehm an, das betrifft nicht nur deutsche) Chatinhalte auf Englisch zu führen? Wenn die Originalsprache Deutsch ist, Aspekte der Handlung sogar eindeutig auf Deutschland anspielen (bei der Welle heißt die AfD beispielsweise NfD und hat quasi die Original-CI dieser Lappen, es gibt einen Waffenhersteller, der eindeutig Heckler & Koch sein soll etc.), kommt es überhaupt nicht authentisch rüber, wenn die Figuren untereinander englisch chatten.

Ansonsten gehörten die Tage rechtsradikalen Schmierfinken wie Don Alphonso. Der hetzt seine Faschogefolgschaft gerade auf antifaschistische Meinungsführer*innen (vorzugsweise *innen) und kriegt dafür kräftig Gegenwind… nur nicht aus dem Lager, das nicht müde wird, seine rechte Hetze mittig-konservativ zu nennen. Ja, ich rede von Springer, Dons aktuellem Brötchengeber. Dieser Konzern gehört endlich zerschlagen und das seit Jahrzehnten schon.

Social Media Gedöns

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