6. Dezember 2019

3:34 – schleichende Rückkehr zur Normalität. Puh, jetzt war es aber wirklich lange still hier. Eigentlich dachte ich, der schwesterliche Umzug nebst Handwerkerei würde etwas folgenloser an mir vorüber gehen. Falsch gedacht. Die letzten Wochen bestanden aus wenig anderem, und wenn dann endlich mal Feierabend war, war die Luft auch raus. Sorry Blog, du hast das alles abgekriegt. Ich kam nicht mal wirklich zum Lesen. Gerade rund 150 Seiten in der ganzen Zeit, da lese ich normalerweise am Tag mehr. Das geht wohl auch noch ein bisschen so weiter, aber es lichtet sich zunehmend. Wie schön, dass dann gleich der Weihnachtsunsinn ansteht.

Politisch ist, glaube ich, so wirklich viel habe ich nicht mitbekommen, ja einiges passiert. Ich kommentiere mal den Bundesparteitag der SPD, denn es ist unglaubliches passiert: Die SPD hat sozialdemokratische GroKo-Kritiker zu ihren neuen Vorsitzenden gewählt. Ganz Politdeutschland ist erschüttert und in Zukunftsängsten erstarrt, das Adjektiv sozialdemokratisch mutet in konservativen, liberalen und rechten Kreisen fast schon wie das neue kommunistisch an. Es ist zum schreien komisch. Jetzt sind Esken und Walter-Borjans zwar schon so weit in der Realpolitik angekommen, dass die GroKo verbessert und nicht gleich aufgekündigt werden soll (sehr vernünftig!), aber man erwartet offenbar das Schlimmste. Politik ist in solchen Situationen nur noch lächerlich.

Es gibt hier aktuell ein kleines Problem mit den Ladezeiten des Blogs. Grund ist der seit einigen Wochen amoklaufende Amavis-Dienst des Mailservers. Aus irgendeinem Grund, zu dem ich bis jetzt noch nichts hilfreiches gefunden habe, läuft der neuerdings ständig auf einem kompletten CPU-Kern und arbeitet trotzdem langsamer als die Post. Das wirkt sich leider auch auf die Seite aus, mal mehr, mal weniger stark. Ich hoffe, dass sich da bald eine Lösung findet und alles wieder normal läuft, den Dienst temporär abzuschalten ist leider keine praktikable Lösung, weil der viel zu fest in die Mailserverkonfiguration integriert ist. Soll heißen, der Mailserver würde gar nix mehr machen, wenn ich Amavis abschalte. Keine Option.

Über den Umzug müsste ich auch noch ein paar Worte verlieren, genauer über meinen alten Herrn. Der hat sich wieder von seiner besten Rentnerseite gezeigt. Dass er politisch reaktionär geworden ist, ist für mich ja nichts neues mehr. Politische Diskussionen vermeide ich nach Möglichkeit schon länger, da kommt sowieso nichts mehr bei rum. Traurig, aber ist halt so. Solange er weiter weder AfD noch CDU wählt, soll’s mir recht sein. Im Zwischenmenschlichen wird er jetzt aber leider auch reaktionär. Seine Rolle beim Umzug war eigentlich eine ausgeplante. Sprich, er war nicht eingeplant. Und er hatte auch keine Aufgaben. Aber im Weg stehen und bei allem, was ihm nicht passte, Streit anzufangen, das konnte er dann doch ganz gut. Das Problem war, der Umzug lief tatsächlich nicht allzu gut. Er war beeindruckend schlecht vorbereitet und vollkommen unterschätzt. Das wirkt sich halt aus. Jeder Beteiligte wusste das, jeder hat sich irgendwie mit der Lage arrangiert, was soll man auch machen? Da hilft es halt so gar nicht, wenn einer als Zaungast da ständig reingrätschen und die Stimmung runterziehen muss. Gut, jetzt ist es weitestgehend rum, das Verhalten normalisiert sich wieder, das ganze Haus hofft, dass es so bleibt. Am großen Krach sind wir haarscharf vorbei gerauscht.

Ansonsten gehörte der Tag halt dem Bundesparteitag der SPD. Da fiel zu späterer Stund noch ein bemerkenswerter Satz, wie die Dame hieß, die ihn gesagt hat, weiß ich nicht mehr: »Das nützt nicht dem Klima, das nützt allenfalls China«. Sowas würde man jetzt eher von der CSU erwarten – man denke nur an Putins apple, Christian Schmidts legendären Beitrag zum Land der Dichter und Denker. Hoffen wir mal, das wird nicht die neue SPD.

Social Media Gedöns

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