Tod und tiefer Fall (von Elias Haller)

Ein spannender Auftakt zu Hallers Reihe um Kriminalhauptkommissar Erik Donner – mit leichten Abzügen in der B-Note um die negativen Aspekte sächsischen Lokalkolorits.

Quelle: Amazon

Kriminalhauptkommissar Erik Donner ist am Tiefpunkt seines Lebens angekommen. Seine Tochter ist tot, seine Frau verschwunden. Beruflich ist er aus der Mordkommission aufs Abstellgleis ›befördert‹ worden. Zudem stürzte er bei der Verfolgung seines ehemaligen Partners vom Dach und ist nun schwer entstellt. Kurzum, Erik Donner ist am Ende.
Da erhält er plötzlich Nachrichten, die es nicht geben dürfte. Jeff, der ehemalige Partner, scheint Rache an ihm nehmen zu wollen. Doch das ist unmöglich – Jeff starb an jenem schicksalhaften Tag auf dem Dach. Nun aber mordet er scheinbar auf grauenvollste Weise und kommt Donners Umfeld dabei immer näher.

Tod und tiefer Fall ist der erste Band in Elias Hallers Reihe um den sächsischen Kriminalhauptkommissar Erik Donner. Der Thriller erschien 2015 im Selbstverlag und wird seit 2018, wie der Rest der Reihe, bei Edition M, einem Imprint von Amazon Publishing, verlegt. Das Buch umfasst 348 Seiten, die sich in 70 recht kurze Kapitel gliedern.

Ich möchte positiv beginnen: Tod und tiefer Fall ist technisch und inhaltlich ein toller Thriller. Elias Haller gelingt es problemlos, die Spannung über das gesamte Buch hinweg aufrecht zu erhalten. Der Ausgang der Geschichte ist sehr lange nicht vorhersehbar und sie ist verdreht genug ausgearbeitet, um zu fesseln. Dazu tragen sicherlich die Figuren ihren Teil bei, die wohl als kauzigste Polizeidirektion des Landes in die Annalen eingehen könnten. Unsympathisch werden sie dadurch nicht, sie sind auf eine angenehme Weise kauzig.

Das Buch spielt, so meine ich anhand der Handlungsorte kombiniert zu haben, in Chemnitz. Das ist nun nicht das leichteste Pflaster für Lokalkolorit, jedenfalls will man die lokale Grundstimmung vollständig wiedergeben. So fällt auf, allerdings in wesentlich geringerem Maße, was ich schon in meiner Rezension zu Tod und kein Erbarmen bemängelte: Es gibt eine Diskrepanz zwischen positivem und negativem Lokalkolorit – negatives fehlt weitestgehend. Das betrifft insbesondere das rechte Grundrauschen in weiten Teilen der sächsischen Gesellschaft. Das ist schade, denn Ignorieren – und sei es nur in der Unterhaltungsliteratur – hilft da auch wenig. Es geht allerdings schlimmer, dazu werde ich in meiner Rezension zu Rache und roter Schnee kommen.

Wer Regionalliteratur alleine unter Unterhaltungsgesichtspunkten liest, wird sich daran nicht stören. Unterhaltsam und spannend ist Tod und tiefer Fall allemal. Dafür sorgt auch Hallers Wissen aus dem Arbeitsalltag eines Polizisten. Auch wenn Fall und Figuren fiktional sind, gewisse Abläufe entsprechen der Realität und verleihen der Handlung Authentizität. Daneben tragen die vielen recht kurzen Kapitel zu einem gewissen Tempo bei, das der Spannung sehr zuträglich ist. Und der eine oder andere Cliffhanger steuert seinen Teil dazu bei. Als Auftakt der Reihe macht der Thriller einen guten Job, durch die Rahmenhandlung um Erik Donner wird auf jeden Fall Lust auf mehr geweckt.

Tod und tiefer Fall ist ein spannender Regionalthriller mit leichten Abzügen in der B-Note. Unter Unterhaltungsgesichtspunkten aber in jedem Fall eine Empfehlung. Es tut aber nicht weh, die eine oder andere Stelle kritisch zu lesen.

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Erik Donner
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