Rezension: Ostfriesennacht (von Klaus-Peter Wolf)

Quelle: FISCHER

Im dreizehnten Fall für Ann Kathrin Klaasen und das Team der Kripo Aurich sucht – wie könnte es anders sein – wieder ein Serienmörder Ostfriesland heim. Er ermordet Frauen in ihren Ferienwohnungen und schneidet ihnen Tattoos aus der Haut. Ihre Gemeinsamkeit: Es handelt sich um sogenannte Krafttiere – und er brät und verspeist sie.
Auch Frank Weller, Ann Kathrins Mann, sieht sich schweren Problemen gegenüber. Seine Tochter wurde arbeitsunfähig und sein ehemaliger Schulkamerad, der ihm als Versicherungsmakler diente, hat sie in dieser Hinsicht offenbar schlecht abgesichert. Zu allem Überfluss geht sie auch noch eine Beziehung mit ihm ein. Als sie sich ihr Krafttier tätowieren lässt, sieht Weller rot.

Das Buch reiht sich nahtlos in die Romanserie ein. Wolf versteht es wieder einmal, die Story so zu erzählen, dass man das Buch kaum weglegen kann. Durch die vermeintliche Story in der Story – die um Frank Weller und seine Tochter – wird die Spannung gegenüber den anderen zwölf Romanen nochmal deutlich verdichtet.
Ein bisschen schade finde ich, dass Weller mit seinem Frauenbild nicht so gut davon kommt. Er ist der Mann, er muss der Beschützer sein. Wolf kompensiert das normalerweise geschickt, indem Ann Kathrin alles andere als beschützt werden muss und Frank mit seinem Verhalten gegen Mauern rennt. In diesem Band gelingt ihm das nicht so gut, weil Frank nun hauptsächlich seine Tochter zu schützen versucht, die dem in anderer Weise begegnet. Damit kompensiert Wolf das Verhalten zwar im Großen und Ganzen, Weller wirkt dabei aber nicht immer sympathisch. In meinen Augen schade, weil Weller eigentlich ein grundsympathischer Charakter ist.
Ein bisschen überraschend kommt auch Rupert dieses Mal mal nicht so schlecht weg. Seine Qualitäten, die bisher eher nicht zu seiner Ehre genügten, sind diesmal gefragt und stellen ihn in ein anderes Licht.

Sieht man vom Kritikpunkt ab, bekommt man aber einen wieder einmal einen hervorragenden Krimi mit viel Ostfriesischem. Dafür lese ich Wolf und dafür gibt’s auch für Ostfriesennacht eine eindeutige Empfehlung.

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