Rezension: Brixton Hill (von Zoë Beck)

Quelle: Random House

In einem Luxushochhaus in London spinnt die Elektronik. Plötzlich breitet sich Rauch aus. Während Em dem bewusstlosen Jono hilft, springt ihre Freundin Kimmy, um sich zu retten, aus dem Fenster – im 15. Stock. Wenig später wird Em verhaftet. Sie soll die Gebäudeelektronik gehackt haben. Sie vermutet Alan, einen Hacker, der sie seit einiger Zeit stalkt, hinter dem Anschlag. Doch kurz darauf überschlagen sich die Ereignisse. Wem kann Em noch vertrauen? Und welche Rolle spielt ihre wohlhabende Familie?

Zoë Beck gelingt mit Brixton Hill ein kurzweiliger, aber doch tiefgründiger Thriller um gleich mehrere heikle Themen. Mit der Gentrifizierung des städtischen Raums greift sie ein Oberthema für den Rahmen ihres Thrillers auf, das aktueller kaum sein könnte. Ausgiebig und einfühlsam beschreibt Beck im Verlauf des Buches die existenziellen Probleme, die sich für die Alteinwohner von Gentrifizierung betroffener Stadtteile ergeben, und die Ausweglosigkeit, mit der sie sich plötzlich konfrontiert sehen.

Daneben nehmen Depressionen und Angststörungen eine zwar nicht so zentrale, aber trotzdem große Rolle ein. Klar wird, dass Beck weiß, worüber sie schreibt, spätestens als sie »normale« Angst ausführlich von Angststörungen unterscheidet. Als Leser fällt es nicht schwer, diesen Unterschied zu erfassen. Sicherlich trägt die einfühlsame Art, mit der Beck das Seelenleben ihrer Protagonisten beschreibt, einen großen Teil dazu bei.

Neben den ersten Themen kommt der Spaß beim Lesen aber keineswegs zu kurz. Beck zeichnet Em mit einer trockenen Schnippigkeit, die regelmäßig schmunzeln lässt. Gerade in den Gesprächen zwischen ihr und Jay kommt das wunderbar zur Geltung. Ein weiteres Highlight in Sachen trockenen Humors ist sicherlich das Kapitel über ihre Großmutter Patricia, als die über ihre bevorstehende Teilnahme an der Trauerfeier für Margaret Thatcher nachdenkt.

Ungewohnt, aber interessant fand ich auch die Härte, mit der Beck den Spannungsbogen kurz vor dem Finale bricht. Nach dem vermeintlichen Finale wunderte ich mich doch, wie viele Seiten jetzt noch für einen Epilog übrig waren. Ungewohnt und unerwartet, aber schaden tut es dem Thriller nicht.

Alles in Allem bin ich positiv überrascht. Brixton Hill war mein erstes Buch von Zoë Beck und eigentlich sollte es lediglich ein kurzweiliger Lückenfüller bis zur nächsten Leserunde werden. Das ging nach hinten los. Zoë Beck steht jetzt definitiv auf der Leseliste.

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Transparenzblock: Diese Rezension ist auch auf meinem Profil bei mojoreads (Werbung) erschienen. mojoreads versteht sich als social bookstore und beteiligt seine User am Erlös aus Buchverkäufen, die u.a. auf ihre Rezensionen zurückgehen. Wenn du das Buch kaufen willst, würdest du mir eine Freude machen, wenn du es über meine dortige Rezension (Werbung) kaufst. Bedankt 🙂

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