Rezension: Nachtblauer Tod (von Klaus-Peter Wolf)

Quelle: FISCHER

Als Leon von morgens verkatert von einer Party bei seinem Freund Ben zurück kommt, ahnt er schon die Katastrophe. Vor dem Haus, in dem die Wohnung liegt, die er und seine Eltern in Bremerhaven bewohnen, stehen Polizei-, Rettungs- und ein Leichenwagen. Die Gewissheit, dass seine Mutter brutal ermordet und sein Vater der Hauptverdächtige ist, zieht ihm den Boden unter den Füßen weg. Für Kommissar Büscher steht die Schuldfrage fest und Leon sieht sich gezwungen, die Wahrheit selber heraus zu finden. Vorerst kommt er bei der Familie von Ben unter, doch auch dort scheint nicht alles rosig. Doch mit Bens jüngerer Schwester Johanna kommt Leon der Wahrheit schließlich näher.

Nachtblauer Tod ist der erste Band von Klaus-Peter Wolfs Jugendkrimireihe Leon und Johanna. Das Buch umfasst 374 Seiten und wird seit 2012 bei FISCHER verlegt.

Klaus-Peter Wolf liefert einen spannenden Jugendkrimi. Wie von ihm gewohnt, gibt es recht früh im Buch Anzeichen, wer der Täter sein könnte, ebenso wird er auch recht früh enttarnt. Das tut der Spannung aber kaum weh, denn die zweite Frage liegt darin, ob Leon (und später Johanna) den Täter auch ›offiziell‹ überführen kann, bevor der die Gefahr beseitigt. Den Kniff benutzt Wolf gerne, auch um einen Einblick in die Täterpsyche zu geben, was hier aber weniger passiert. Ebenso Wolf-typisch ist das abrupte, vorzeitige Ende des Buches.

Die Figuren, vor allem seine Hauptfiguren, zeichnet Wolf liebevoll mit gewohnter Tiefe. Auch sein Hang dazu, die Lesenden in die Irre zu führen, indem sich sympathische Charaktere als doch nicht so sympathisch herausstellen, findet sich auch in diesem Werk. Alles in allem eine runde Sache.

Entgegen meiner üblichen Kritik an expliziten Gewalt- oder Sexdarstellungen in Wolfs Jugendromanen, sehe ich Nachtblauer Tod wirklich einmal altersgerecht. Das Buch ist ab 12 Jahren empfohlen, dem würde ich mich anschließen. Es ist nicht zu spannend und Explizites taucht quasi überhaupt nicht auf.

Besonders gefiel mir, dass Wolf die Beziehungen unter den Figuren entwickelt. Ist Leon zu Beginn beispielsweise mit Ben und Jessy noch in seiner eigenen Altersgruppe verwurzelt, so wandelt sich das und Johanna, die erst nur die ›kleine Nervensäge‹ ist, rückt, weil sie weiter zu ihm hält, in seinen Fokus. Ben und Jessy spielen früher oder später überhaupt keine Rolle mehr und das nicht ganz unverdient.

Nachtblauer Tod hat mir als Jugendkrimi wirklich gefallen. Ein runder, authentischer Krimi mit norddeutschem Lokalkolorit, wie man es von Wolf gewohnt ist. Für junge Krimifreunde sicher eine Empfehlung.

Mein Gesamturteil in Sternchen
Leon und Johanna

Transparenzblock: Diese Rezension ist auch auf meinem Profil bei mojoreads (Werbung) erschienen. mojoreads versteht sich als social bookstore und beteiligt seine User am Erlös aus Buchverkäufen, die u.a. auf ihre Rezensionen zurückgehen. Wenn du das Buch kaufen willst, würdest du mir eine Freude machen, wenn du es über meine dortige Rezension (Werbung) kaufst. Bedankt 🙂

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