Pandatage (von James Gould-Bourn)

Tod, Trauer, Depressionen und Mobbing verbunden zu einer wirklich schönen Mutmachgeschichte. Ein gelungenes Debüt, das neugierig auf mehr macht.

Quelle: KiWi

Seit Liz bei einem Unfall gestorben ist, ist Dannys und Wills Leben kaputt. Danny vermisst seine Frau, versinkt in einer Depression und bekommt auch finanziell immer größere Probleme. Der zwölfjährige Will geht mit der Trauer um seine Mutter drastischer um: Seit dem tragischen Tag hat er kein Wort mehr gesprochen.
Als Danny auch noch seine Arbeit als Bauhelfer verliert und sein mafiöser Vermieter Reg ihm ganz konkret ans Leder will, stürzt er sich völlig unvorbereitet in die Straßenkunst. Verkleidet als Panda verlaufen seine ersten Tanzversuche desaströs, bis er Pole-Tänzerin Krystal begegnet. Sie nimmt sich seiner an und es geht bergauf. Und nach einer Rettungsaktion beginnt sogar Will mit dem vermeintlich fremden Panda zu sprechen.

Pandatage ist der Debütroman von James Gould-Bourn. Das Buch erschien am 02.05.2020 bei Kiepenheuer & Witsch und umfasst 384 Seiten. Für mein Rezensionsexemplar darf ich mich beim Verlag und NetGalley bedanken.

Danny und Will stecken in der Trauer um ihre Frau und Mutter Liz fest. Mit zunehmender Geschwindigkeit gerät ihr Leben außer Kontrolle. Danny versucht Will zwar vor den größten Problemen zu schützen, doch das gelingt ihm immer schlechter. Als ihr Vermieter den Druck drastisch erhöht und Danny auch noch seinen Job verliert, hat er eher zufällig eine Idee. Er will sich als Straßenkünstler versuchen. Schnell ist ein verschlissenes Pandakostüm gekauft, bleibt nur noch die Frage, was er in seiner neuen Rolle nun machen soll. Er versucht sich mit dem Tanzen, muss aber schnell feststellen, dass das eher nicht zu seinen Talenten gehört. Das ändert sich, als die Pole-Tänzerin Krystal auf ihn aufmerksam wird. Danny kann sie davon überzeugen, ihn das Tanzen zu lehren. Und als Will zufällig in genau dem Park, in dem Danny tanzt, von Mitschülern angegriffen wird und der Panda ihn rettet, spricht Will erstmals wieder. Allerdings ohne zu wissen, mit wem er da wirklich spricht.

Pandatage ist ein trauriges wie witziges Buch über den Trauerprozess. James Gould-Bourn baut eine ungewöhnliche Geschichte um seine sympathischen Charaktere. Insbesondere Danny trägt mit seinem trockenen, zynischen Humor ein ums andere Mal dazu bei, dass der Roman aufgehellt wird. Auch Krystal und Dannys bester Freund Ivan treiben die Situationskomik immer wieder voran. So entsteht eine teils zwar sehr traurige Geschichte, die aber regelmäßig zum Lachen einlädt. Eine gelungene Mischung, die das Buch sehr angenehm lesbar macht.

Die Geschichte selber grenzt an vielen Stellen ans komisch Absurde, lässt ernsthafte Themen dabei aber nicht vermissen. Gould-Bourn widmet sich neben dem Trauerprozess mit Will insbesondere auch dem Thema Mobbing in der Schule. Ich bin mir zwar nicht ganz sicher, ob ich mit der Auflösung der Mobbinggeschichte glücklich bin – sie scheint mir etwas zu plakativ -, aber im Gesamtbild von Pandatage geht sie schon in Ordnung. Auch an anderen Stellen ist die Geschichte wohl nicht so ganz realitätsabdeckend – ich denke da beispielsweise an die reichen Straßenkünstler. Pandatage ist Fiktion, da dürfen solche Abweichungen erlaubt sein.

In jedem Fall ist James Gould-Bourn ein Mutmachbuch gelungen. Egal wie nahe seine Figuren dem Abgrund kommen, sie geben nie auf. Irgendwer behält immer die Hoffnung und richtet die anderen auf die eine oder andere Weise wieder auf. Insofern ist Pandatage auch ein sehr gefühl- und hoffnungsvolles Buch.

Gould-Bourn schreibt flüssig, die Geschichte liest sich wie von selbst. Sie ist in jeder Hinsicht liebevoll, das zu transportieren gelingt ihm wirklich schön. Obwohl keine Ego-Perspektiven zum Einsatz kommen, ist man beim Lesen sehr nah an den jeweiligen Protagonisten. Gould-Bourn erzählt die Handlungsstränge von Danny und Will getrennt, obwohl eine etwas härtere Trennlinie nur zu Beginn des Romans existiert. Das gelingt ihm gut, auch später, wenn die beiden Handlungen ineinander greifen.

Pandatage ist ein Mutmachbuch. James Gould-Bourn gelingt es sehr berührend, mit Tod und Trauer und Mobbing gleich zwei etwas schwierigere Themen zu bearbeiten. Und zwar in einer Art, die mich als Leser an keinem Punkt desillusioniert zurück ließ. Ein gelungenes Romandebüt.

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Transparenzblock: Das Buch habe ich im über NetGalley als Rezensionsexemplar kostenfrei erhalten. Verpflichtungen (beispielsweise eine »wohlwollende« Rezension) sind damit, abgesehen von eben einer Rezension, nicht verbunden. Meine Meinung über das Buch, die ich hier kund tue, wird dadurch nicht beeinflusst.

Transparenzblock: Diese Rezension ist auch auf meinem Profil bei mojoreads (Werbung) erschienen. mojoreads versteht sich als social bookstore und beteiligt seine User am Erlös aus Buchverkäufen, die u.a. auf ihre Rezensionen zurückgehen. Wenn du das Buch kaufen willst, würdest du mir eine Freude machen, wenn du es über meine dortige Rezension (Werbung) kaufst. Bedankt 🙂

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