Die App (von Arno Strobel)

Rasanter Thriller um Gefahren der Digitalisierung. Spannend, obwohl er an vielen Stellen recht vorhersehbar ist. Auch das muss man erstmal können.

Quelle: S. Fischer

Hendrik und Linda leben ein komfortables Leben. Sie sind glücklich miteinander, stehen kurz vor ihrer Hochzeit. Hendriks berufliche Karriere als Oberarzt in der Chirurgie des Hamburger UKE ist gesichert. Zuhause haben sie es sich bequem eingerichtet. Doch ihr Smart Home führt ein Eigenleben. Eines Nachts verschwindet Linda aus heiterem Himmel spurlos und Hendriks Leben gerät aus den Fugen.

Arno Strobels neuester Psychothriller erschien am 23. September 2020 und verspricht wieder einmal ein Bestseller zu werden. Das Thema ist aktuell, die Umsetzung auf eine interessante Art spannend und gelungen. Interessant, weil die Handlung an vielen Stellen zwar recht vorhersehbar ist, dabei aber trotzdem die Spannung nicht verliert. Das muss man so auch erst mal können.

Strobel erzählt die Geschichte weitgehend aus Sicht eines Beobachters an Hendriks Seite. So ist man nah an seiner Gedankenwelt und erlebt seine verzweifelte Suche hautnah mit. Unterbrochen wird die Erzählung der Haupthandlung regelmäßig durch Kapitel in kursiv, die recht explizit ein aktuelles Opfer begleiten. Mit einem solchen beginnt das Buch auch, so dass von Beginn an im Ansatz klar ist, wohin die Reise gehen wird.

Wie eingangs erwähnt, empfand ich Die App in zentralen Punkten als recht vorhersehbar. Das liegt hauptsächlich daran, dass Strobel dazu neigt, Figuren, die für die Handlung wichtig sind, etwas zu überzeichnen. Hier die etwas zu hilfsbereite Figur, dort die etwas zu ablehnende und da die etwas zu nette. Viele Figuren musste ich eigentlich nur so weit kennen lernen, bis klar war, dass sie keine Kurzauftritte haben, dann war auch das Gefühl verfestigt, dass sich ihre Rolle noch erheblich ändern wird. Wie gesagt, der Spannung tut das nicht besonders weh, die hält Strobel trotzdem auf einem hohen Niveau.

Thematisch ist Die App am Puls der Zeit. Heimautomatisierung wird immer mehr zum gesellschaftlichen Thema und je mehr es das wird, desto vermeintlich einfacher lässt es sich umsetzen. Waren für Smart-Home-Lösungen vor einigen Jahren noch aufwendige Bauarbeiten nötig, um alles Gewünschte zu verdrahten, geht das heute quasi vollständig über mehr oder weniger sichere Funksysteme. Dazu kommt der heute übliche Zugriff von außen per App, durch den ein zusätzlicher Unsicherheitsfaktor hinzu kommt. Die automatisierten Funktionen lassen sich nun, Zugang vorausgesetzt, von überall auf der Welt steuern. Ein Paradies für technisch gewiefte Einbrecher. Die Problematik setzt Strobel gut um, ohne sich dabei in technischen Einzelheiten zu verlieren. Er setzt auf die Basis, die mittlerweile ins Allgemeinwissen gesickert sein sollte.

Zusammenfassend erwartet euch mit Die App ein spannender Psychothriller, wie man es von Strobel gewohnt ist. Technische Vorkenntnisse sind nicht nötig, um Hendriks Geschichte genießen zu können. Eine kleine Contentwarnung vor allem für die Folterszenen sollte aber nicht fehlen. Schlussendlich ein Dank an NetGalley und S. Fischer für mein Rezensionsexemplar.

Transparenzblock: Das Buch habe ich im über NetGalley als Rezensionsexemplar kostenfrei erhalten. Verpflichtungen (beispielsweise eine »wohlwollende« Rezension) sind damit, abgesehen von eben einer Rezension, nicht verbunden. Meine Meinung über das Buch, die ich hier kund tue, wird dadurch nicht beeinflusst.

Transparenzblock: Diese Rezension ist auch auf meinem Profil bei mojoreads (Werbung) erschienen. mojoreads versteht sich als social bookstore und beteiligt seine User am Erlös aus Buchverkäufen, die u.a. auf ihre Rezensionen zurückgehen. Wenn du das Buch kaufen willst, würdest du mir eine Freude machen, wenn du es über meine dortige Rezension (Werbung) kaufst. Bedankt 🙂

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